contenu | au sous-menu | menu principal | langue

Inhalte

19./20.03.2001 - Réunion de travail des responsables de programmes et des experts (en allemand)

Ergebnisse der Arbeitsgruppen (Zusammenfassung)

 

Als ein erfreuliches Ergebnis dieser zweitägigen Arbeitstagung bleibt festzuhalten, dass sich sehr viele Teilnehmer dazu entschlossen haben, die Arbeitsgruppen ihres jeweiligen Spezialgebietes zu institutionalisieren, um die Entwicklung in diesem Bereich gemeinsam mit der DFH weiter voranzutreiben.

 

*
*
*

AG1 Grundständige Studiengänge

Eine der wichtigsten Aufgaben der DFH in den kommenden Jahren sollte es sein, die Angleichung der Hochschulsysteme beider Länder weiter voranzutreiben und ihr Studienangebot entsprechend auszubauen. Gleichzeitig wünschen sich die Teilnehmer, dass die Verantwortlichen in der Wirtschaft verstärkt über Inhalte und die Bedeutung eines doppelten Abschlusses informiert werden.


*

AG 2 Weiterführende Studiengänge

Die DFH will künftig auch die Entwicklung und Durchführung von weiterführenden Studiengängen mit Doppeldiplomabschluss fördern,was von den Partnerhochschulen und ihren Programmbeauftragten begrüßt wird. Zulassungsvoraussetzung für ein weiterführendes Studium wird ein erster akademischer Abschluss. Hiermit werden u.a. binationale Studienangebote mit Doppeldiplomabschluss möglich, die sich im französischen System auf Bac+4 (Maîtrise)bzw. Bac +5 (DESS) beziehen und im deutschen System einem Masterabschluss entsprechen würden. Für diese Studiengänge werden die gleichen Qualitätskriterien wie für die grundständigen Studiengänge gelten. Die Dauer des Auslandsaufenthaltes wird naturgemäßetwas kürzer sein, nämlich zwei Semester.

 

 

AG 3 Graduiertenförderung

Die Verantwortlichen aus den Programmen und die Experten begrüßen die bisherigen Initiativen der DFH zur Förderung von deutsch-französischen Projekten in der Graduiertenförderung. Die deutschen Graduiertenkollegs und die französischen Ecoles doctorales weisen grundlegende Unterschiede auf. Deshalb gibt es noch erheblichen Abstimmungsbedarf auf beiden Seiten. Die DFH sollte die Partnerhochschulen verstärkt auffordern, ihre Bedürfnisse und Erwartungen für die Durchführung von deutsch-französischen Projekten in der Graduiertenförderung an die DFH herantragen, damit diese entsprechende Voraussetzungen schaffen könne.

 


AG 4 Sprachliche Vorbereitung

Die sprachliche Vorbereitung der Studierenden eines binationalen Studienganges hat fundamentale Bedeutung. Aufgabe der DFH sei es, verstärkt auf eine Harmonisierung des Angebotes für die sprachliche Vorbereitung im Rahmen ihrer binationalen Studiengänge hinzuwirken. So sollte der Sprachenerwerb auf der deutschen Seite durch mehr Pflichtstunden im Regelangebot der Hochschulen gefördert werden. Je besser die sprachliche Vorbereitung der Studierenden sei, um so geringer sei die Abbrecherquote in den binationalen Studiengängen.

Es wurde darauf hingewiesen, dass die Bedürfnisse an den Hochschulen sehr unterschiedlich und abhängig von der Anzahl der Studierenden, des Standortes und der vorhandenen Infrastruktur seien.

Als mögliche unterstützende Maßnahmen seitens der DFH wurden vorgeschlagen:

  1. Möglichkeit des online-teaching: sowohl Studierende als auch Lehrende eines unter dem Dach der DFH geförderten binationalen Studienganges sollten sich via Intranet vorbereiten und austauschen können.
    Für die Lehrenden sollte insbesondere die Möglichkeit gegeben sein, Module zum Erlernen der jeweiligen Fachsprache zu entwickeln und anzubieten.
  2. Die DFH solle diese Intranet-Plattform anbieten.
    Die DFH solle den bei ihr eingeschriebenen Studierenden insbesondere zu Beginn des Aufenthaltes im Partnerland die Möglichkeit anbieten,Sommersprachkurse wahrnehmen zu können.


AG 5 Telekommunikative Vernetzung

Die telekommunikative Vernetzung ihrer über 100 Partnerhochschulen ist eine grundständige Aufgabe der DFH. Der Aufbau eines internationalen virtuellen Campus über Internet wird Schritt für Schritt erfolgen. Zu dem Thema des Einsatzes von Lernmodulen online wird zunächst eine Ausschreibung an die deutschen und französischen Hochschulen zur Erstellung einer Grundsatzstudie gesendet. Die Arbeitsgruppe befasste sich, auf Grund der kurzen Zeit, die ihr zur Verfügung stand, hauptsächlich mit dem Thema des Informationsaustausches innerhalb sowie außerhalb des Verbundes der DFH. Nachdem das IT-Team der DFH ihre Aktivitäten in diesem Bereich beschrieben hatte, besprachen die Teilnehmer der AG eine Liste von Funktionalitäten, die in einer „administrativen Plattform“ auf der Website der DFH entwickelt werden sollen. Die Entscheidung für die Entwicklung von Dienstleistungen wie ein Absolventenverzeichnis, das Ausfüllen von Formularen online oder eine Praktikumbörse sollen bei den Partnern abgefragt werden. Zu diesem Zweck wird die DFH einen „Wunschzettel“ an alle Programmbeauftragten senden. Die Arbeitsgruppe empfiehlt außerdem der Mitgliederversammlung das Einsetzen einer „IT-Kommission“ mit folgenden Aufgaben:

  • die Mitgestaltungsmöglichkeit der Mitgliederversammlung sicherstellen hinsichtlich aller IT-Aufgaben (administrative Plattform / Dienstleistungen, Fernstudium)
  • die „Begleitung“ der Entwicklungen der Dienstleistungen durch das IT-Team der DFH.

 

AG 6 Aktivierung des interkulturellen Potentials

Die interkulturelle Zusammenarbeit soll den Umgang mit dem Fremden in den Mittelpunkt stellen. Es gelte, den „Mehrwert“, der durch die Auseinandersetzung mit der Fremdheitserfahrung, mit vorhandenen Unterschieden entstehen kann, herauszuziehen und damit die Herausbildung von interkultureller Kompetenz zu befördern. Eine Reihe von Maßnahmen wurden benannt, um eine angemessene Vorbereitung der Studierenden auf den Auslandsaufenthalt zu gewährleisten. So sei es nicht nur wichtig, die Studierenden sprachlich auf den Auslandsaufenthalt vorzubereiten, sondern auch das Deutlichmachen von kulturellen Unterschieden sei unabdingbar, um zu verhindern, dass der Auslandsaufenthalt zu einer Enttäuschung wird. Seminare für deutsche und französische Studierende in einer gemeinsamen Gruppe, angeleitet von einem binationalen Team (Teamteaching), könnten die Integration fördern. Weiterhin könnten binationale Tandems per Email hilfreich sein. Eine ganz wichtige Rolle zur Integration spielen auch Alumi-Verbindungen.

Als weitere Aktivitäten in diesem Arbeitsschwerpunkt der DFH wurden angeregt:

  1. Durchführung von Studien zu den Herausforderungen und Schwierigkeiten der deutsch-französischen Zusammenarbeit im Hochschulbereich
  2. zu den Vorannahmen in der Forschung, anwendungsbezogen auf die jeweiligen Fächergruppen


*

AG 7 Paris-Bologna-Prag

Einen Beitrag zur Harmonisierung des europäischen Hochschulraums zu leisten, muss das grundlegende Ziel der DFH sein. Ihr komme in diesem Zusammenhang die Rolle des Initiators und Mittlers zu, um entsprechende Entwicklungen schneller voranzutreiben. Dabei müsse die deutsch-französische Hochschule darauf achten, dass die unter ihrem Dach angebotenen binationalen Studiengänge (sei es nun grundständige oder weiterführende Studiengänge) den „Qualitätskriterien der DFH“ (doppelter Abschluss, binationale Studierendengruppe, gemeinsame Studien- und Prüfungsordnung) Rechnung tragen.

 

 

Reformen in der Lehrer-, Juristen-, und Medizinerausbildung

Die Entwicklung von binationalen Studiengängen ist insbesondere in den Bereichen der Lehrer-, Juristen-, und Medizinerausbildung schwierig, da diese Studiengänge in beiden Ländern mit staatlichen Prüfungen abschließen. Aus diesem Grund sind die in diesen Fächergruppen in unterschiedlichem Maße zu verzeichnenden Reformbestrebungen von besonderer Bedeutung auch für die weitere Arbeit der DFH.

 

 

AG 8 Reform der Lehrerausbildung

In der Lehrerausbildung gibt es zwei unterschiedliche Systeme : das föderale Konzept in Deutschland, das zentralistische in Frankreich. Die Zweiphasigkeit in der Lehrerausbildung ist bislang ein großes Hemmnis für die Entwicklung von binationalen Doppeldiplomabschlüssen bzw. einer Europäisierung der Lehrerbildung. In Deutschland liegt die 2. Phase in staatlicher Hand, in Frankreich obliegt sie den an die Universitäten angeschlossenen IUFM (Institut de formation des maîtres). Als ein wegweisendes und zukunftsorientiertes Beispiel ist der modellhafte binationale Teilstudiengang zwischen der Pädagogischen Hochschule in Freiburg und der Universität Muhlhouse im Bereich der bilingualen Grund- und Hauptschullehrerausbildung zu nennen. Die Einführung der „Licence pluridisciplinaire“ an den Universitäten Strasbourg und Mulhouse erleichterte wegen der dadurch gegebenen größeren Wahlmöglichkeit die Integration des Teilstudienganges. Der Studienzyklus an den beiden Hochschulen schließt mit dem 1. Staatsexamen ab. Dann werden der Concours Externe des Professeurs des Ecoles und das 2. Staatsexamen vorbereitet. Den Concours führen die deutschen und französischen Studierenden zusammen durch. Gute Erfahrungen wurden mit dem Austausch der Lehrkräfte in der 2. Phase gemacht. Diese unterrichten für jeweils 3-4 Wochen an der jeweiligen Partnereinrichtung. Ein weiterer Fortschritt in Richtung Integration ist, dass die französischen Lehramtsanwärter im Land Baden-Württemberg mittlerweile als Beamte auf Widerruf eingestellt werden. Die Berufsaussichten für die bilingual ausgebildeten Lehrer sind ausgesprochen gut: allein im Elsass gibt es 300 bilinguale Klassen, 40 davon werden im nächsten Schuljahr ohne Lehrer sein! Die Region Oberrhein beabsichtigt, einen Pool für Lehrer einzurichten, um dem zunehmenden Bedarf gerecht zu werden. Die Arbeitsgruppe, die sich ebenfalls dazu entschlossen hat, regelmäßig zusammen zu kommen, hat einen Appell an die DFH gerichtet: die Lehrerbildung müsse stärker als bisher thematisiert werden, an vorhandene Impulse müsse man anschließen. Binational ausgebildete Lehrer wären die besten Garanten, um ihre Schüler für die Teilnahme an binationalen Studiengängen zu motivieren. Die Arbeitsgruppe wünscht sich landesweit mehr Studiengänge wie zwischen Freiburg und Mulhouse und setzt hierbei auf die Unterstützung durch die DFH. In diesem Zusammenhang gelte es, als Alternative zu den bisherigen staatlichen mehr studienbegleitenden Abschlüssen in beiden Systemen sowie eine stärkere Modularisierung der ersten und zweiten Phase der Lehrerausbildung durchzusetzen. Damit wäre auch eine verbesserte Ausgangsposition im Hinblick auf die Entwicklung eines einheitlichen DFH-Diploms gegeben.

 

 

AG 9 Reform der Juristenausbildung

Eine Lösung der Problems aus deutscher Sicht könnte die Trennung von Pflichtfachprüfung und Wahlfachprüfung sein. Es gibt in Deutschland Vorschläge, die Wahlfachprüfung den Universitäten in eigener Verantwortung zu übertragen. Auch hier sollte die DFH unterstützend tätig werden. Die Justizministerkonferenz wird im Juni über die Pflichtfach – Wahl-pflichtfachregelung entscheiden.

 

 

AG 10 Deutsch-französische Programme in der Medizin- und Veterinärmedizinerausbildung

Die Studien- und Prüfungsordnungen der Ärzte unterstehen in beiden Ländern strikter staatlicher Kontrolle. Im Bereich der Humanmedizin sind die Ausbildungspläne, im Gegensatz zu den Tiermedizinern, sehr ähnlich und führen zu dem gleichen, eindeutig definierten Berufsziel: Arzt. Für fertig ausgebildete Ärzte besteht innerhalb der EU Niederlassungsfreiheit. Innerhalb der Ausbildung geht es ausschließlich darum den Studierenden auf jedem Niveau den Wechsel von einem Land zum anderen zu ermöglichen, ohne das es zu einer Verlängerung der Studiendauer kommt. Aufgrund der sehr unterschiedlichen Studienordnungen in Deutschland und Frankreich bei den Veterinärmedizinern gestaltet sich dies wesentlich schwieriger als in der Humanmedizin, wo es mittlerweile sehr weitgehende Äquivalenzreglungen gibt. Allerdings sind bei den Tiermedizinern bessere Möglichkeiten für binationale Projekte im Bereich der Qualifizierung des wissenschaftlichen Nachwuchses vorhanden. Die bisher entwickelten deutsch-französischen Kooperationsvereinbarungen in der Humanmedizin, die seit 13 Jahren modellhaft in der Kooperation der Ruhruniversität Bochum mit der Universität Louis Pasteur Strasbourg praktiziert werden, stellen eine Art „konsekutive Doppeldiplomierung“ dar, denn jeder Studierende kann einen Teil seiner obligatorischen Prüfungen (die jeweils Teile der Abschlussprüfung sind) im Gastland ablegen. Die Aufenthalte im Partnerland sollten mindestens ein Jahr betragen. Die in der Kooperation der Ruhruniversität Bochum mit der Universität Louis Pasteur Strasbourg gefundenen Regelungen sind durchaus auf andere Hochschulen in beiden Ländern übertragbar. Es ist nun erstmalig, mit Unterstützung der DFH, beabsichtigt, in dem Bereich der wissenschaftlichen Qualifizierung, der in der Verantwortung der Fakultäten liegt, eine Doppeldiplomierung herbeizuführen. Hierbei ist an einen Doppeldiplomabschluss gedacht, der auf deutscher Seite zum Dr. med. und auf der französischen Seite zur Maitrise führt.

 


AG 11 Ingenieurausbildung

Neue Entwicklungen in der Ingenieurausbildung könnten trinantionale Studiengänge sein, um die Attraktivität von Ingenieurstudiengängen weiter zu steigern. Auch ist eine Zunahme von Bachelor- und Masterstudiengängen zu verzeichnen, die auch parallel zu den doppelten Abschlüssen vergeben werden könnten.

 

 

AG 12 Spezifische strukturelle Herausforderungen

 

 

Es sei erkennbar, dass die nationalen Strukturen allmählich aufbrechen. Die DFH müsse darauf achten, dass sich dieser Prozess fortsetzt und ihn in vielen Bereichen konkret unterstützen. Die DFH müsse aber auch immer darauf achten, dass die Attraktivität der Studiengänge unter dem Dach der DFH im Vordergrund stehe bei gleichzeitiger klarer Profilbildung. Entsprechend ihrem Auftrag müsse sich die DFH auch für dritte Länder öffnen (trinationale Studiengänge). Generalsekretärin Christine Klos betonte in diesem Zusammenhang, dass das von der DFH langfristig angestrebte einheitliche Diplom (das DFH-Diplom) einem akademischen Grad entsprechen müsse. Dadurch würde erstmals eine supranationale Einrichtung ein diesseits und jenseits der Grenzen anerkanntes Diplom vergeben.