14. September 2001
Sehr geehrter Herr Professor David,
Frau Professor Harth,
Herr Professor Autexier,
Damen und Herren Abgeordneten des Europaparlaments und des saarländischen Landtags,
Frau Generalkonsulin Séjean,
Damen und Herren Staatssekretäre,
Vertreter der französischen und deutschen Regierung,
Vertreter der Kultus- und Wissenschaftsminister der Länder,
Präsidenten und Rektoren französischer und deutscher Hochschulen,
meine sehr verehrten Damen und Herren,
die erschütternden Ereignisse dieser Woche bestätigen auf bittere Art, dass es für eine gemeinsame friedliche und prosperierende Zukunft keine Alternative gibt zum respektvollen Umgang miteinander; besser noch ist die Kooperation und das Arbeiten an gemeinsamen Zielen, basierend auf interkultureller Kompetenz. Diesen Grundgedanken - insbesondere mit Blick auf die deutsch-französische Freundschaft - in den nachwachsenden Generationen zu verankern, ist eine der tragenden Säulen der Deutsch-Französischen Hochschule.
Mit der heutigen Amtsübergabe geht ein wichtiger Abschnitt in der noch kurzen Geschichte dieser einzigartigen Hochschule zu Ende. Entwicklungsbiologisch gesehen könnte man sagen: Sie hat ihre frühkindliche Entwicklung und vielleicht auch schon die Phase der Pubertät hinter sich. Jetzt beginnt der Prozess des Erwachsen-werdens. Deshalb hat diese Feierstunde sozusagen den Charakter eines Initiations-Rituals.
Es ist mir eine besondere Freude, Ihnen aus diesem Anlass die Grüße der saarländischen Landesregierung und insbesondere des Herrn Ministerpräsidenten zu übermitteln. Damit verbinde ich insbesondere den herzlichen Dank und die hohe Anerkennung für die vom Gründungspräsidium bewältigten Aufgaben. In diesem Zusammenhang ist auch das engagierte Sekretariat der DFH zu erwähnen.
Mein besonderer Dank gilt jedoch in dieser Stunde Ihnen, lieber Herr David, denn Sie haben Pionierarbeit geleistet und den Weimarer Vertrag mit Leben gefüllt. Seit rund einem Vierteljahrhundert setzen Sie sich engagiert für die deutsch-französischen Hochschulbeziehungen ein. Diese Sachkompetenz, kombiniert mit einem außergewöhnlichen Engagement und diplomatischem Fingerspitzengefühl haben Sie mit einer ganz persönlichen Handschrift zum Bau eines soliden Fundaments für die Deutsch-Französische Hochschule eingesetzt. - So wie dies eigentlich nur ein Franzose mit warmem Herzen für Deutschland und ein den künftigen Generationen verpflichteter Hochschullehrer tun kann... Ich darf deshalb an dieser Stelle sagen, dass ich mir erlaubt habe, Sie, sehr geehrter Herr David, für die Verleihung des Saarländischen Verdienstordens vorzuschlagen.
Mein Dank gilt aber auch Ihnen, sehr geehrte Frau Harth, für die bisher als Vizepräsidentin geleistete Arbeit. Ich freue mich, dass Sie, Frau Harth, ebenso wie Sie, Herr Autexier, sich bereit erklärt haben, als neues Führungsteam die Deutsch-Französische Hochschule auszubauen und die Idee eines gemeinsamen Diploms umzusetzen.
Das Saarland ist sowohl mit der französischen als auch mit der deutschen Geschichte auf das Engste verbunden. Lange Zeit ist die territoriale Zugehörigkeit dieser Region zwischen beiden Nachbarstaaten hart umkämpft gewesen. Das Saarland hat jedoch die Chance genutzt, vom Streitobjekt zum Bindeglied zu Frankreich und Deutschland zu werden. Es ist nicht das kleine Bundesland in Rand- und Grenzlage. Es liegt vielmehr in der geographischen Mitte beider Länder. Unserer besonderen Rolle im Rahmen der deutsch-französischen Freundschaft und der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit sind wir uns immer bewusst gewesen. Deshalb sind wir stolz darauf, die Deutsch-Französische Hochschule in Saarbrücken zu beheimaten. Sie dürfen versichert sein, dass die saarländische Landesregierung auch in Zukunft alles in ihren Kräften stehende tun wird, um die Deutsch-Französische Hochschule zu fördern und damit zugleich den Prozess der deutsch-französischen Hochschulkooperation weiter voranzubringen.
Mit einer Amtsübernahme sind nicht nur neue Herausforderungen, sondern auch große Erwartungen verbunden. Deshalb wünsche ich Ihnen, sehr geehrte Frau Harth und sehr geehrter Herr Autexier, für die kommenden Jahre die visionäre Kraft, das von Überzeugung getragene Engagement und die glückliche Hand, die notwendig sind, um die Deutsch-Französische Hochschule als Kristallisationskern für die Weiterentwicklung der Hochschulzusammenarbeit zwischen beiden Ländern voranzubringen.