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Emilia von Mettenheim, Jura-Studentin Universität Potsdam / Université de Nanterre Paris X

„Auf eigene Faust könnte man nie in zwei Ländern studieren, ohne Zeit zu verlieren“

 

Paris, 22. September 2008. „Um 21h10 kam ich am Gare du Nord an und bin von drei Mitstudenten in Empfang genommen worden. Eine Stunde später haben wir meine sieben Sachen in den 6. Stock eines Wohnhauses bei Pigalle geschleppt. Wieder eine Stunde später stürzten wir uns in das Nachtleben von Paris und am nächsten Tag ging schon ein Kurs in deutschem Sachenrecht los“, erzählt Emilia von Mettenheim über den Beginn des ersten Auslandsaufenthaltes im Rahmen ihres Studiums an der Deutsch-Französischen Hochschule. Die 22-Jährige studiert im vierten Studienjahr Rechtswissenschaft mit Schwerpunkt Völkerrecht an der Universität Potsdam und der Université de Nanterre Paris X.

Schon als Kind verbringt sie einige Jahre in Paris, legt später Abitur und Baccalauréat français am französischen Gymnasium in Berlin ab. Da lag die Entscheidung für ein länderübergreifendes Studium an der DFH nahe: „Der deutsch-französische Studiengang an der Universität Potsdam kam mir wie gerufen. Es erschien mir als eine logische Weiterführung meiner bilingualen Schullaufbahn“, erklärt die zielstrebige Weltenbummlerin, die im Rahmen des Studiums gerade ein Praktikum an der Deutschen Botschaft in Tel Aviv absolviert.

Die konsequente Zweisprachigkeit ihres Studiengangs sieht sie als wesentlichen Vorteil – „schließlich beeinflussen die deutschfranzösischen Beziehungen inzwischen so gut wie jedes Rechtsgebiet“, erklärt Emilia und betont noch einen weiteren Aspekt: „Studiert man gleichzeitig ein ausländisches Rechtssystem verändert sich der Blick auf das Eigene. Es gibt die Möglichkeit, mal einen Schritt zurück zu treten, und das eigene System objektiv zu beurteilen und zu vergleichen, vielleicht auch in Frage zu stellen.“

Als Kind wollte Emilia unbedingt Lehrerin oder Theaterregisseurin werden. Inzwischen reizt sie eher eine internationale Organisation. „Aber ich habe das Theater nicht vergessen“, betont die fleißige Studentin. An einer Hauptschule in Berlin organisiert sie Theateraufführungen mit Schülern und wird das Projekt auch demnächst weiterführen.

Für die DFH würde sie sich jederzeit wieder entscheiden: „Ich habe mich immer gut aufgehoben gefühlt. Die DFH kümmert sich eben um die offizielle Anerkennung von Scheinen an der Heimuniversität. Auf eigene Faust könnte man nie in zwei Ländern studieren, ohne Zeit zu verlieren.“
 

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