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Solange uns keine Eidechse über den Weg läuft, ist alles in bester Ordnung...

 

 

Es gibt so einige Tiere, die nichts Gutes verheißen oder die einem so richtig den Tag vermiesen können. Begegnungen mit Schlangen, Ratten, Spinnen oder auch hungrigen Stechmücken stehen bei vielen sicherlich ganz weit oben auf der Liste der unbeliebten Tiere. Aber diese netten Kleintierchen sind alle noch ganz harmlos im vergleich zu einem ganz anderen Lebewesen: der Eidechse. Solange Ihnen keine Eidechse begegnet, ist alles in bester Ordnung.
Ja, auch wir finden Spinnen deutlich unangenehmer als Eidechsen, aber in Frankreich sagt man tatsächlich wenn alles in Ordnung ist: „Da ist keine Eidechse“. Diese Redewendung kommt daher, dass auch Eidechsen – und das weiß vielleicht nicht jeder – Laute von sich geben. Werden sie beispielsweise angegriffen zischen sie, was sich scheinbar so ähnlich anhört, wie ein fehlerhafter Ton auf einer Musikaufnahme. Ist kein Zischen bzw. keine 'Eidechse' auf dem Band zu hören, muss keine weitere Version des Liedes mehr aufgenommen werden, alles ist in Ordnung.
Zudem ähneln auf der Wand herumkrabbelnde Eidechsen (für jemanden, der dringend eine Brille bräuchte) Rissen oder auch Spalten, das heißt ersten Anzeichen eines möglichen Einsturzes und das verheißt nun wirklich nichts Gutes...

Y’a pas de lézard

bedeutet also, dass alles in Ordnung ist

In Deutschland ist in so einem Fall alles in Butter. Klingt lustig? Ist aber so. Und das diesmal im wahrsten Sinne des Wortes. Die Redewendung stammt aus dem Mittelalter, als es noch keinen Styropor oder sonstige Schutzmaterialien für den Transport von zerbrechlichen Gegenständen gab. Zudem waren die Straßen damals noch nicht ausgebaut – geschweige denn asphaltiert – und die Pferdewagen hatten noch keine Abfederungseinrichtungen. Wie transportiert man nun wertvolle Gläser von Italien über die Alpen bis nach nach Deutschland, ohne mit einem einzigen Scherbenhaufen dort anzukommen? Ganz einfach: man verpackt alles in Butter! Die mit Gläsern gefüllten Fässer wurden vor dem Transport mit flüssiger Butter voll gegossen, die in wieder abgekühltem Zustand den perfekten Schutz für die kostbare Ware bot. Selbst die holprigsten Straßen oder vom Wagen purzelnde Fässer konnten den Gläsern noch etwas anhaben. Sie kamen alle heil am Zielort an, denn schließlich war alles in Butter!  ... da kann man nur hoffen, dass den Händlern unterwegs keine Eidechse über den Weg lief.

 

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