{"id":3300,"date":"2004-06-16T16:47:44","date_gmt":"2004-06-16T14:47:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dfh-ufa.org\/blog\/expertentagung-zur-lehrerbildung-in-deutschland-und-frankreich-2\/"},"modified":"2019-01-11T10:16:20","modified_gmt":"2019-01-11T09:16:20","slug":"expertentagung-zur-lehrerbildung-in-deutschland-und-frankreich-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dfh-ufa.org\/en\/expertentagung-zur-lehrerbildung-in-deutschland-und-frankreich-2","title":{"rendered":"Expertentagung zur Lehrerbildung in Deutschland und Frankreich"},"content":{"rendered":"<p>Tagung der Deutsch-Franz\u00f6sischen Hochschule brachte L\u00f6sungsvorschl\u00e4ge f\u00fcr Rekrutierung des Lehrernachwuchses<\/p>\n<p>Saarbr\u00fccken, 16. Juni 2004<\/p>\n<p>&#8220;Nach zwei Tagen intensiver Beratungen k\u00f6nnen wir den Ministerien beider L\u00e4nder nun konkrete L\u00f6sungsvorschl\u00e4ge zur Verbesserung der Lehrermobilit\u00e4t und zur Rekrutierung des Lehrernachwuchses in Deutschland und Frankreich vorlegen.&#8221;\u00a0 Mit diesen Worten fasste Achim Haag, Generalsekret\u00e4r der Deutsch-Franz\u00f6sischen Hochschule (DFH), das Ergebnis einer zweit\u00e4gigen Sitzung zusammen. Unter dem Titel &#8220;Lehrerbildung und \u2013rekrutierung in Deutschland und Frankreich&#8221; hatte die binationale Hochschule Vertreter der Bildungsverwaltungen beider L\u00e4nder zu einer Expertentagung nach Mainz eingeladen. Die Veranstaltung fand mit Unterst\u00fctzung des Bundesministeriums f\u00fcr Bildung und Forschung vergangene Woche an der Johannes Gutenberg-Universit\u00e4t in Mainz statt.<\/p>\n<p>Die Tagung umfasste zwei Problembereiche: Zum einen sollten die Experten dar\u00fcber diskutieren, wie die Mobilit\u00e4t von Lehrern \u00fcber die Grenzen hinweg erleichtert und dadurch &#8212; wie politisch gew\u00fcnscht &#8212; erh\u00f6ht werden k\u00f6nnte. Zum anderen sollten L\u00f6sungen gefunden werden, um den Zugang zum deutsch-franz\u00f6sischen Arbeitsmarkt f\u00fcr Nachwuchslehrer in beiden L\u00e4ndern zu erleichtern.<\/p>\n<p>Die Ursachen der Mobilit\u00e4tshindernisse seien, so die Experten einhellig, in erster Linie in den b\u00fcrokratischen und rechtlichen Vorschriften zu sehen. So sind etwa die Anrechte, die sich aus der Sozialversicherung ergeben, nicht ohne soziale Nachteile f\u00fcr die Betroffenen \u00fcber die L\u00e4ndergrenzen hinweg transferierbar. Einig waren sich die Experten dar\u00fcber, dass diese vielf\u00e4ltigen Probleme k\u00fcnftig in der DFH gesammelt und kategorisiert werden sollten, um im Dialog mit den jeweils zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden beider L\u00e4nder, neben Kl\u00e4rungen im Einzelfall, m\u00f6glichst \u00fcbergreifende nationale L\u00f6sungen zu finden. &#8220;Aber bereits jetzt zeichnet sich ab, dass es sich vor allem darum handeln wird, gro\u00dfz\u00fcgige Ausnahmeregelungen zu formulieren, da die Systeme als Ganze nur schwerlich ver\u00e4nderbar sind&#8221;, prophezeit Generalsekret\u00e4r Haag.<\/p>\n<p>Hinsichtlich der \u00d6ffnung des gemeinsamen Arbeitsmarktes f\u00fcr deutsche und franz\u00f6sische Nachwuchslehrer schlugen die Teilnehmer der Tagung eine zweistufige, komplexe L\u00f6sung vor. In einem ersten Schritt m\u00fcssten die curricularen Voraussetzungen geschaffen werden. &#8220;Daf\u00fcr sind die binationalen Lehramtsstudieng\u00e4nge unter dem Dach der DFH bestens geeignet&#8221;, fasst Achim Haag die Meinung der Experten zusammen. Die Elemente beider Lehrpl\u00e4ne w\u00fcrden bei diesen Studieng\u00e4ngen miteinander verkn\u00fcpft und im Partnerland erbrachte Leistungen problemlos anerkannt. &#8220;Die enge Verzahnung der fachwissenschaftlichen Curricula beider L\u00e4nder ist das, was einen integrierten Studiengang der DFH ausmacht&#8221;, so der Generalsekret\u00e4r. Angestrebt werde dar\u00fcber hinaus eine enge Einbindung der sich anschlie\u00dfenden zweiten Ausbildungsphase, die in Deutschland an den Studienseminaren, in Frankreich in den IUFM (Instituts Universitaires de Formations des Ma\u00eetres) absolviert wird. Diese vollintegrierten Studieng\u00e4nge, die sich durch fachwissenschaftliche wie p\u00e4dagogisch-didaktische Komplementarit\u00e4t auszeichnen und somit den nationalen Anforderungen beider L\u00e4nder gerecht werden, versetzen die Studierenden in die Lage, in Deutschland das erste und zweite Staatsexamen abzulegen. Gleichzeitig erhalten sie dadurch die inhaltlichen wie methodischen Kenntnisse, um an dem f\u00fcr die Lehrerrekrutierung in Frankreich charakteristischen Concours (CAPES) teilzunehmen. Formal ist eine solche Teilnahme bereits zwar jetzt schon m\u00f6glich, doch ohne eine mindestens zweij\u00e4hrige Vorbereitung ziemlich aussichtslos. Vorzugsweise sollte diese vollintegrierte binationale Lehramtsausbildung im Rahmen konsekutiver BA\/MA-Studieng\u00e4nge durchgef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p>Neben der Schaffung der curricularen Voraussetzungen durch vollintegrierte deutsch-franz\u00f6sische Studieng\u00e4nge m\u00fcssten in einem zweiten Schritt die administrativ-rechtlichen Vorschriften und durch Ausnahmeregelungen angepasst werden. Dies erm\u00f6gliche es den binational ausgebildeten Lehramtsabsolventen, gem\u00e4\u00df den \u00fcblichen nationalen Einstellungsverfahren, als Lehrer im Land ihrer Wahl t\u00e4tig werden zu k\u00f6nnen. Der Deutsch-Franz\u00f6sischen Hochschule k\u00e4me in diesem Zusammenhang die Aufgabe zu, eine Art Bestandsaufnahme durchzuf\u00fchren, um gegebenenfalls als zentrale Anlaufstelle \u00fcber den Bedarf der Doppeldiplomierten Lehrer in beiden L\u00e4ndern zu informieren, deren Profil mit zu entwickeln und im Einzelfall auch jungen Absolventen Stellen in beiden L\u00e4ndern zu vermitteln.<\/p>\n<p>Voraussetzung zur Wahrnehmung dieser vielf\u00e4ltigen Aufgaben, so der Generalsekret\u00e4r der DFH weiter, sei eine entsprechende personelle Ausstattung des DFH-Generalsekretariats. In der derzeitigen Situation w\u00e4re dies nach Ansicht des Generalsekret\u00e4rs qualitativ nicht befriedigend zu leisten.<\/p>\n<p>Die Veranstaltung in Mainz war Teil des von den Bildungsministern beider L\u00e4nder verabschiedeten Arbeitsprogramms (feuille de route), das langfristig eine Ann\u00e4herung der Ausbildungswege und Rekrutierungsverfahren in beiden L\u00e4ndern bewirken soll.<\/p>\n<p>Im Herbst hofft die DFH nach der geplanten Expertentagung mit Juristen, auch f\u00fcr die binational ausgebildeten Juristen erste L\u00f6sungswege skizzieren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tagung der Deutsch-Franz\u00f6sischen Hochschule brachte L\u00f6sungsvorschl\u00e4ge f\u00fcr Rekrutierung des Lehrernachwuchses Saarbr\u00fccken, 16. 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