Dr. Isabelle Guinaudeau

© Jacek Ruta

Dr. Isabelle Guinaudeau

 

„Die Europäisierung des Parteienwettbewerbs in Frankreich, in Deutschland und im Vereinigten Königreich (1986-2009)“

 

 

Seit Mitte der 1980er Jahre hat sich die europäische Integration beschleunigt und sich die EU als eigenständiger Entscheidungsraum, dessen Vorrechte und Eingriffe in den Mitgliedsstaaten immer spürbarer werden, behauptet. Meine Dissertation untersucht die Auswirkungen dieses Prozesses auf den innenpolitischen Wettbewerb, mit einem Fokus auf die Effekte der Europäisierung der policies und der Politisierung neuer (EU-bezogener) Fragen. Die empirische Studie zeigt die integrationsbedingten Zwänge und Opportunitäten und die Antworten parteilicher Akteure auf unterschiedlichen Ebenen. Dazu habe ich mich auf die Analyse eines breiten Korpus an Dokumenten, Dateien und Literatur gestützt, insbesondere auf die Berichterstattung über europäische Fragen in den Medien, die Entwicklung der öffentlichen Meinung gegenüber der Integration in den drei Ländern, die Europäisierung der public policies, Diskurse der Parteitage der sozialdemokratischen Parteien und Wahlkampfprogramme der unterschiedlichen Parteien. Die Dissertation weist eine ausdifferenzierte, aber bedeutende Europäisierung der Opportunitätsstruktur der Parteien nach. Aufgrund der Resistenz der Akteure, die den inter- und intra-parteilichen Wettbewerb dominieren, bleibt die Europäisierung im Parteienwettbewerb weitgehend folgenlos.

 

 

Isabelle Guinaudeau, geboren 1983, absolvierte an der Sciences Po in Bordeaux und am Institut für Sozialwissenschaften der Universität Stuttgart ein Doppeldiplom in Sozialwissenschaften. Außerdem absolvierte sie einen Master in deutscher Sprache, Literatur und Kultur an der Université de Strasbourg. Ihre deutsch-französische Promotion in Politikwissenschaft an der  Sciences Po Bordeaux und der Universität Stuttgart schloss sie mit summa cum laude ab. Heute arbeitet sie als Forscherin am CNRS, Sciences Po Grenoble.