Zehn Jahre Forcheurs-Preis: Bilanz und Perspektiven wissenschaftlicher Exzellenz

Am 24. Juni 2026 wurde in der Französischen Botschaft in Berlin mit einer besonderen Veranstaltung das zehnjährige Bestehen des Preises „Forcheurs – Jean-Marie Lehn“ gefeiert. Neben Preisträger*innen der vergangenen zehn Jahre nahmen institutionelle Entscheidungsträger*innen sowie die Industriepartner des Preises teil. Die Veranstaltung bildete den Auftakt für eine neue strategische Ausrichtung auf die Herausforderungen der digitalen Gesundheit.
Der Preis wurde 2017 durch die Französische Botschaft in Deutschland und die Deutsch-Französische Hochschule (DFH) ins Leben gerufen. Ausgezeichnet wurden mit Unterstützung von BASF France und Sanofi-Aventis Deutschland deutsch-französische Tandems junger Wissenschaftler*innen. Damit leistete der Preis einen wichtigen Beitrag zum Aufbau einer leistungsstarken grenzüberschreitenden Forschungsgemeinschaft in den Bereichen Chemie, Biochemie, Pharmakologie sowie an der Schnittstelle von Chemie und Gesundheit. Die vielfältigen Begegnungen und Gespräche im Rahmen des Jubiläums unterstrichen die Bedeutung des Preises für die nachhaltige Förderung innovativer Forschungskooperationen.
„Der Forcheurs-Preis stärkt wissenschaftliche Exzellenz und ermöglicht die Entwicklung hochkarätiger Projekte zwischen Deutschland und Frankreich. Dank der beteiligten Industrie- und akademischen Partner leistet er einen aktiven Beitrag zur Stärkung eines Europas der Gesundheit. Die DFH ist stolz, an diesem bemerkenswerten Preis seit seinen Anfängen beteiligt zu sein. Damit unterstreicht sie ihre Rolle als internationale Pionierin und institutionelle Vordenkerin“, erklärt Philippe Gréciano, Präsident der Deutsch-Französischen Hochschule.
Auf dem Jubiläumsprogramm standen Workshops für die Preisträger*innen, um deutsch-französische Forschungsnetzwerke weiterzuentwickeln. Im anschließenden öffentlichen Teil lag der Fokus auf den Herausforderungen der digitalen Gesundheit. Wertvolle Impulse lieferten dabei renommierte Expert*innen aus Wissenschaft und Forschung, u. a. Ariel Stern (Hasso-Plattner-Institut) und Sarah Zohar (INSERM). Die Veranstaltung stand zudem im Zeichen der besonderen Ehrung von Jean-Marie Lehn, Nobelpreisträger für Chemie 1987 und emeritierter Professor der Universität Straßburg. Sein langjähriges Engagement als Schirmherr seit der ersten Auflage hat wesentlich zum Renommee des Preises beigetragen.
„Der Preis ist untrennbar mit Professor Jean-Marie Lehn verbunden. Mit seiner Präsenz, Unterstützung und Autorität als Forscher hat er zehn Jahre lang maßgeblich zur Legitimation und zum Erfolg dieser Initiative beigetragen. Sein Engagement für die Wissenschaft und für die kommenden Generationen von Forscherinnen und Forschern ist beispielhaft. Er ist und bleibt eine Inspiration für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Sein Werdegang steht für wissenschaftliche Exzellenz auf europäischer und internationaler Ebene und trug dazu bei, die Universität Straßburg als führende Universität im Bereich Chemie im Herzen Europas zu etablieren“, betont François Delattre, französischer Botschafter in Berlin.
Neben einer Retrospektive stellte die Ausgabe 2026 die Weichen für die zukünftige Ausrichtung des Preises. Ab 2027 wird der Forcheurs-Preis die Schnittstellen zwischen Gesundheit und Digitalisierung in den Mittelpunkt stellen. Grundlage hierfür ist eine erneuerte Partnerschaft zwischen der Französischen Botschaft in Deutschland, der Deutsch-Französischen Hochschule und Sanofi Deutschland. Zudem wird Siemens künftig als neuer Industriepartner das Projekt unterstützen. Diese Weiterentwicklung trägt den aktuellen wissenschaftlichen und technologischen Herausforderungen Rechnung.
„Der Gesundheitssektor befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel, der durch künstliche Intelligenz, digitale Technologien und datenbasierte personalisierte Medizin vorangetrieben wird. Dieser Wandel kann nur durch mutige Kooperationen über Länder- und Branchengrenzen hinweg gelingen. Der Forcheurs-Preis zeigt, dass Deutschland und Frankreich gemeinsam eine treibende Kraft für Gesundheitsinnovationen in Europa sein können“, erklärt Heidrun Irschik-Hadjieff von Sanofi Deutschland.
Schwerpunkt der Diskussionen waren zentrale Fragestellungen wie Data Governance im Gesundheitswesen, der Einsatz künstlicher Intelligenz in der Medizin sowie die regulatorische und technologische Souveränität Europas.
„Europa verfügt bereits heute über eine starke Forschungslandschaft. Die eigentliche Herausforderung besteht darin, diese Erkenntnisse in breit anwendbare Lösungen zu überführen. Dafür müssen Forschung, Daten und industrielle Umsetzung deutlich enger zusammengedacht werden. Heute geht es nicht mehr allein um wissenschaftliche Durchbrüche, sondern darum, diese in die Anwendung zu bringen und in großem Maßstab nutzbar zu machen. Die Entwicklung skalierbarer Gesundheitslösungen erfordert ein neues Zusammenspiel von Daten, Technologien und industrieller Expertise“, betont Andrew Whytock von Siemens.
Die strategische Neuausrichtung des Forcheurs-Preises wurde mit der offiziellen Unterzeichnung einer Absichtserklärung zum Abschluss der Veranstaltung besiegelt. Künftig soll der Preis die Zusammenarbeit zwischen akademischer Forschung, industrieller Innovation und Gesundheitspolitik noch stärker fördern.

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DFH-Pressemitteilung: Zehn Jahre Forcheurs-Preis: Bilanz und Perspektiven wissenschaftlicher Exzellenz