Neuer Deutsch-Französischer Dialog für interkulturelle Mediation

Wie kann die Kommunikation zwischen Staaten, Regionen und Kulturen gelingen und konstruktiv zur internationalen Zusammenarbeit beitragen? Mit diesen und anderen Fragen unserer Zeit beschäftigte sich der Deutsch-Französische Dialog für interkulturelle Mediation, der am 21. und 22. Oktober in Corte (Frankreich) stattfand. Bei der Veranstaltung handelte es sich um eine Kooperation zwischen der Deutsch-Französischen Hochschule (DFH) und der Universität Korsika mit dem Deutsch-Französischen Jugendwerk (DFJW), dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) Frankreich und der Familie Mehdorn Stiftung.
Im Rathaus von Corte und an der Université de Corse Pasquale Paoli versammelten sich Expert*innen, Studierende und interessiertes Publikum aus Deutschland, Frankreich und Europa. Ziel war es, zu beleuchten, welche Rolle der interkulturellen Zusammenarbeit bei der Lösung aktueller globaler Herausforderungen zukommt.
„In einer Zeit multipler Spannungen ist interkulturelle Zusammenarbeit ein wichtiger Hebel, um politische, wirtschaftliche und soziale Herausforderungen zu bewältigen. Nur so können wir diplomatische Beziehungen aufrechterhalten, das Völkerrecht fördern und letztlich die Demokratie schützen, weil wir uns nur so besser kennenlernen und unsere Widerstände überwinden“, erklärt Philippe Gréciano, Präsident der Deutsch-Französischen Hochschule.
Bedeutendste Programmpunkte waren neben Impulsen von Akteur*innen der interkulturellen Beziehungen vier thematischen Podiumsdiskussionen. Diese beschäftigten sich mit den folgenden Themen:
- „Städtepartnerschaften und deutsch-französische Zusammenarbeit. Bestandsaufnahme und Perspektiven“, moderiert von Christophe Paoli, Vizepräsident Internationale Beziehungen der Universität Korsika
- „Die internationalen Beziehungen auf dem Prüfstand geopolitischer Krisen“, moderiert von Wanda Mastor, Professorin für Staatsrecht an der Universität Korsika
- „Juristische Mediation: Ein Ansatz zur Entschärfung oder Lösung von Konflikten?“, moderiert von André Giudicelli, Professor für Strafrecht an der Universität Korsika
- „Sprachliche und kulturelle Vermittlung: Eine Garantie für eine freie und demokratische Gesellschaft?“, moderiert durch Eugène Gherardi, Professor für Kultur und Regionalsprachen an der Universität Korsika
Zu den Diskutant*innen zählten unter anderen Pascale Trimbach, französische Generalsekretärin des DFJW, Margarete Mehdorn, Vorsitzende des Stiftungsrates der Familie Mehdorn Stiftung zur Förderung der neurochirurgischen Forschung und der interkulturellen Kommunikation, Benjamin Kurc, Leiter des Deutsch-Französischen Bürgerfonds, Isabell Hoffmann, Direktorin des Deutsch-Französischen Instituts (dfi) und Jean-François Thony, Präsident des Siracusa International Institute for Criminal Justice and Human Rights. Besonders freute sich die DFH auch über den Videobeitrag von Nicolas Guillou, Richter am internationalen Strafgerichtshof (IStGH). Frankreich, Deutschland und die EU unterstützen den IStGH als Symbol einer unabhängigen und unparteilichen Justiz.
Das Publikum setzte sich aus Wissenschaftler*innen, Student*innen sowie interessierten Personen aus der Zivilbevölkerung zusammen und brachte sich durch Fragen und Kommentare in die regen Diskussionen ein.
DFH-Vizepräsidentin Andrea von Hülsen-Esch resümiert: „Durch einen direkten Austausch miteinander können wir den auf dem europäischen Kontinent gegenwärtig immer weiter erstarkenden extremen Parteien gemeinschaftlich entgegentreten. Die Panel-Diskussionen der letzten zwei Tage haben gezeigt, dass der interkulturelle Dialog in der Gesamtheit dessen, was zur Kultur gehört, über fachliche Gespräche hinausgehende Einsichten hervorbringen und neue Wege aufzeigen kann.“
Zwei Tage voller Höhepunkte
Neben der vier Panels hielt die zweitägige Veranstaltung weitere spannende Programmpunkte von inhaltlichem und symbolischem Wert bereit. So gipfelte der erste Veranstaltungstag in der feierlichen Unterzeichnung eines neuen Appells, die deutsch-französischen Beziehungen zu stärken und die Zukunft des Europa von morgen gemeinsam aufzubauen. Die einleitenden Worte von Vertreter*innen der Kooperationspartner, darunter am ersten und zweiten Tag Dominique Federici, Präsident der Universität Korsika, Philippe Gréciano, Präsident der DFH, Ursula Maria Egyptien Gad, Leiterin des DAAD Frankreich, Maximilian Mehdorn, Vorsitzender des Stiftungsvorstands der Familie Mehdorn Stiftung sowie Xavier Paoli, Bürgermeister von Corte, lieferten wichtige Denkanstöße.
„Das Wesen der (interkulturellen) Mediation besteht darin, den Weg des Dialogs zu bewahren und ihn im Konfliktfall wiederzufinden, einen Perspektivwechsel zu erreichen und gemeinsame, nachhaltige Lösungen zu finden“, betont Ursula Maria Egyptien Gad.
Pascale Trimbach ergänzt insbesondere mit Blick auf die jungen Teilnehmenden: „Die Freundschaft, die zwischen jungen Menschen aus Frankreich und Deutschland entsteht, ist der Grundpfeiler des Friedens und damit der Zukunft des europäischen Kontinents. Sie muss jeden Tag gefestigt werden.“
Margarete und Maximilian Mehdorn fügen hinzu: „Um erfolgreich zu sein, braucht die deutsch-französische Zusammenarbeit – wie jede internationale Zusammenarbeit – Menschen, die die andere Kultur kennen, die in der Lage sind, die Perspektive des anderen zu verstehen, und die bereit sind, im Sinne einer gemeinsamen Vision voneinander zu lernen. Diese Möglichkeit zu schaffen, über den eigenen Horizont hinauszuschauen, darin besteht das Engagement unserer Stiftung.“
Der Deutsch-Französische Dialog für interkulturelle Mediation ist Teil einer durch die DFH initiierten Veranstaltungsreihe, die sich mit zentralen Themen der Gegenwart wie Nachhaltigkeit, Frieden, Gerechtigkeit, Künstlicher Intelligenz und globaler Gesundheit beschäftigt. Initiativgeber der diesjährigen Ausgabe war Philippe Gréciano. Aufgrund ihrer Qualität, Aktualität und starken Relevanz wurde die Veranstaltung mit dem Preis der Familie Mehdorn Stiftung ausgezeichnet.
Die Deutsch-Französische Hochschule dankt ihren Partnern und ihrem Netzwerk für die gelungene Veranstaltung.
Pressekontakt
Eva Günther | +49 681 93812 – 189 | presse(at)dfh-ufa.org
Pressemitteilung im PDF-Format
DFH-Pressemitteilung: Neuer Deutsch-Französischer Dialog für interkulturelle Mediation