Europäische Hochschulen: An 29 von 41 Allianzen sind nun Hochschulen aus dem DFH-Netzwerk beteiligt

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Die Deutsch-Französische Hochschule (DFH) begrüßt die von der Europäischen Kommission am 9. Juli 2020 bekannt gegebenen Ergebnisse der zweiten Pilotausschreibung zur Entstehung Europäischer Hochschulnetzwerke.

Die Europäische Union fördert im Rahmen ihrer zweiten Pilotausschreibung 24 weitere „European University Alliances“, die zu den ersten 17 bereits 2019 ausgewählten Allianzen von Hochschuleinrichtungen hinzukommen werden. Dies übertrifft bei Weitem das ursprüngliche Ziel, bis 2024 circa 20 Netzwerke zu gründen, das der Europäische Rat im Dezember 2017 infolge der Sorbonne-Rede des französischen Staatspräsidenten im September desselben Jahres festgesetzt hatte. An 29 von den 41 bisher ausgewählten Allianzen sind insgesamt 74 Mitglieds- und Partnerhochschulen der DFH aus Deutschland, Frankreich und Drittländern beteiligt.

Dieses erfreuliche Ergebnis ist auf die fundierte Erfahrung und hohe Expertise zurückzuführen, über die die Hochschulen des DFH-Netzwerkes im Bereich der bi- und trinationalen Zusammenarbeit verfügen. Die von den 74 Mitglieds- und Partnerhochschulen angebotenen deutsch-französischen Programme bringen nicht nur fachlich hervorragend ausgebildete, sondern auch interkulturell kompetente Absolventinnen und Absolventen hervor. Die Gründung Europäischer Universitäten zeigt die wichtige Rolle von offener Bildung, grenzenloser Mobilität und interkultureller Erfahrungen für die Zukunft Europas – wie sie in den Studiengängen, Doktorandenprogrammen und wissenschaftlichen Veranstaltungen der DFH gelebt werden.

Die DFH wünscht allen Europäischen Hochschulallianzen, die in der ersten und zweiten Antragsrunde ausgewählt wurden, viel Erfolg bei der Umsetzung dieses für die europäische Hochschulinternationalisierung chancenträchtigen Vorhabens. Sie begrüßt es darüber hinaus, dass Deutschland und Frankreich bereits im vergangenen Jahr finanzielle Mittel auf nationaler Ebene bereitgestellt haben, um die EU-Finanzierung aufzustocken und zugleich den Aufbau neuer Netze zu fördern und es guten, in der aktuellen Phase jedoch nicht ausgewählten Projekten zu ermöglichen, ihr Vorhaben weiter voranzubringen. Hochschulen aus Deutschland und Frankreich zeigten eine rege Beteiligung an den beiden Ausschreibungen, was die DFH ebenfalls sehr begrüßt: Insgesamt 35 deutsche und 32 französische Hochschulen sind an den Allianzen beteiligt – damit liegen die beiden Länder auf Platz 1 und 2 von den beteiligten europäischen Ländern.

Kontext der Initiative:

Infolge der Sorbonne-Rede des französischen Staatspräsidenten im September 2017 hat die Europäische Kommission eine erste Pilotausschreibung zur Gründung Europäischer Hochschulnetzwerke veröffentlicht, auf die sich Zusammenschlüsse aus mindestens drei Hochschulen aus drei Mitgliedsstaaten Europas bewerben konnten. Die erste Ausschreibung wurde Ende 2018 veröffentlicht, Ende 2019 folgte die zweite Auflage. Auf die erste Pilotausschreibung folgten 54 Kandidaturen, ausgewählt wurden 17 Netzwerke. 2020 wurden aus 62 Bewerbungen 24 Netzwerke berücksichtigt. Das derzeit für die Europäischen Hochschulnetzwerke veranschlagte Budget beträgt 287 Mio. €. Die Initiative „Europäische Hochschulen“ soll im Rahmen des nächsten Programms Erasmus 2021–2027 vollständig umgesetzt und ausgebaut werden.

Die Expertise der Mitgliedseinrichtungen der DFH im Hinblick auf die Förderung, Evaluation und Weiterentwicklung von Modellen der transnationalen Hochschulkooperation kam der Herausbildung der europäischen Hochschulnetzwerke sicherlich zugute. Mit ihrer schon in der Vergangenheit bezüglich neuer Internationalisierungsmodelle vielfach unter Beweis gestellten Fähigkeit zur Innovation und mit dem Austausch von Best Practices kann die DFH auch weiterhin beteiligte bzw. interessierte Hochschulen bei der konkreten Umsetzung dieser ambitionierten Projekte unterstützen. In diesem Sinne veranstaltet sie im Herbst 2020 ein Expertentreffen zum Thema „Promovieren im europäischen Kontext: deutsch-französische Erfahrungen nutzen“.