Isabelle Salcher

„Wie steht das Ziel der Gewinnmaximierung – resultierend aus einer Privatisierung des Trinkwassers – im Einklang mit einem physiologischen Bedürfnis des Menschen?“

 

Trinkwasser befriedigt ein grundlegendes physiologisches Bedürfnis auf eine unersetzliche Weise, sodass es unabdingbar für das Überleben aller Menschen ist. Jedoch sind in der Wasserindustrie zunehmend private Akteure tätig, in dem Maße, dass die Gewinnmaximierung eine inhärente Rationalität ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit darstellt. Folglich kommt die Frage der Vereinbarkeit von einem solch grundlegenden Bedürfnis und einer Gewinnmaximierung auf. Um dieses Spannungsfeld zu beurteilen, werden ökonomischen Theorien unter anderem empirischen Daten gegenübergestellt, die lokale Gegebenheiten widerspiegeln. Die Daten stammen aus von internationalen Institutionen veröffentlichten Statistiken, aus Geschäftsberichten von Betreibern sowie aus sonstigen Datenbanken. Diese Abschlussarbeit zeigt vier Hauptergebnisse auf: die Klassifizierung von Trinkwasser als natürliche Ressource ist eine Voraussetzung für seine Qualifikation als wirtschaftliches Gut, die Liberalisierung des Trinkwassermarktes führt nicht zu einer effizienten Allokation der Ressource, die Einführung von Eigentum kann zu einer Finanzialisierung führen, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind und die Privatisierung des Trinkwassers bringt oligopolistische Märkte hervor. Abschließend lässt sich sagen, dass der Verwaltungsmodus für ein solch grundlegendes Gut wie das Trinkwasser eine komplexe Angelegenheit ohne offensichtliche Lösung ist.

Isabelle Salcher, Jahrgang 1990, studierte an der ESB Business School Reutlingen und der Reims Management School (RMS) International Management und erlangte dort ihren deutsch-französischen Bachelor of Science.