Nadège Adoneth

Eine andere Kultur kennenzulernen ist sich selbst kennenlernen

 

Hätte man ihr während ihres binationalen Studiums der Betriebswirtschaftslehre an der Wirtschaftsschule ESSEC in Paris und der Universität Mannheim gesagt, dass ihr für ihre Abschlussarbeit der Exzellenzpreis verliehen werden würde, hätte Nadège Adoneth das nicht geglaubt. Während der 20 Monate, die sie in Baden-Württemberg verbrachte, scheute die junge Frau jedoch keine Mühe, die Tücken der interkulturellen Unterschiede zu verstehen.

 

Schon lange war Nadège Adoneth an Gebietskörperschaften und der Organisation des öffentlichen Sektors interessiert, und so findet sie das perfekte Thema für ihre Abschlussarbeit: „Die ethische, soziale und umweltbezogene Verantwortung in Kommunalverwaltungen“. „Bei dieser Arbeit wollte ich etwas Praktisches machen, mich an den Ort des Geschehens begeben“, erklärt die junge Preisträgerin. „Aber die Kommunen in Deutschland und Frankreich zu vergleichen ist nicht einfach, schon allein deshalb, weil die Bezeichnung ‚Kommune‘ hier nicht das gleiche bedeutet wie dort. Wie kann man also zwei so verschiedene Verwaltungssysteme miteinander vergleichen?“ Ein umfangreiches und kompliziertes Thema also, mit dem sich Nadège Adoneth befasste, das im Rahmen des Deutsch-Französischen Forums 2010 durch den von SAP France gesponserten Exzellenzpreis aber gebührend belohnt wurde.

 

Im Laufe ihrer Begegnungen mit den Abgeordneten beidseits des Rheins hat Nadège es geschafft, detaillierte Informationen zu den beiden grundlegend verschiedenen Politikkulturen zu erhalten. „In Bezug auf die Verantwortung sind die deutschen Kommunen wesentlich weiter und stützen sich auf die Teilnahme der Bürger. Dies ist in Frankreich weitaus weniger der Fall“, fasst sie zusammen.

 

Ursprünglich aus dem Elsass stammend, lebt Nadège Adoneth künftig in Lyon, aber sie schließt  eine Rückkehr nach Deutschland nicht völlig aus. „Mir fehlen meine dortigen Freunde und die Gastfreundschaft“, sagt sie. Sie erinnert sich an ihre Ankunft in Mannheim, an den Verein Visum, durch den sie viele deutsche Studierende kennenlernte und an ihren Studentenjob an der Universität, der es ihr ermöglichte, vom Kern aus zu erfahren, wie ein anderes Universitätssystem funktioniert. „Und außerdem“, fügt sie hinzu „lernt man beim Eintauchen in eine andere Kultur auch sich selbst besser kennen.“ Argument genug, künftige Jahrgänge der ESSEC zu ermutigen, diesem Beispiel zu folgen.

 

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