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Mit Bildung, Forschung und Kultur das Völkerrecht stärken

Philippe Gréciano und Richter Nicolas Guillou am Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag
Philippe Gréciano und Richter Nicolas Guillou am Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag © ICC / DFH-UFA

 

Am 5. Februar war Philippe Gréciano, Präsident der Deutsch-Französischen Hochschule (DFH), zu einem Besuch bei der japanischen Richterin Tomoko Akane, Präsidentin des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH), sowie dem französischen Richter Nicolas Guillou in Den Haag eingeladen. Sie alle teilen ein starkes Engagement für den Schutz der kulturellen Rechte, der Menschenrechte und des Völkerrechts.

Zu den wichtigsten Themen der Treffen zählten aktuelle geopolitische Krisen wie der Konflikt in der Ukraine, Fragen der europäischen Sicherheit, die Lage in Grönland, im Nahen Osten und in Venezuela. Ein weiterer Fokus war die internationale akademische Zusammenarbeit zur Förderung von Lehre und Forschung, um das Völkerrecht und die internationale Rechtskultur zu stärken.

„Ich freue mich sehr, Präsidentin Akane und dem Richter Guillou erneut zu begegnen, um mit Ihnen über die zahlreichen weltweiten Herausforderungen zu diskutieren – insbesondere über die Pionierrolle der deutsch-französischen Kooperation für Frieden, Sicherheit und Gerechtigkeit sowie über die Bedeutung der digitalen Souveränität Europas gegenüber den Vereinigten Staaten“, so Gréciano anlässlich des Treffens. Weiter betont er: „Demokratie, Freiheit und Menschenrechte sind für uns unverhandelbar. Doch stehen sie in Zeiten einer infrage gestellten Weltordnung unter Beschuss. Die Deutsch-Französische Hochschule macht sich gemeinsam mit dem Internationalen Strafgerichtshof dafür stark, Lehre und Forschung zur Lösung von Konflikten und zur internationalen Gerichtsbarkeit zu verteidigen.“

Gréciano kennt Akane und Guillou bereits seit 2022. Durch ihre jeweilige Arbeit haben die Jurist*innen sich seitdem für eine Weltordnung eingesetzt, die auf dem Völkerrecht und der humanitären Hilfe beruht.

So war Gréciano 2023 mit Jean-François Thony, Präsident des International Institut for Criminal Justice and Human Rights, und Christoph Safferling, Direktor der internationalen Akademie Nürnberger Prinzipien, in das Hauptquartier der Vereinten Nationen (UNO) in New York geladen, wo er an die Bedeutung der europäischen Hochschulkooperation in internationalen Organisationen erinnerte.

Im 25. Jubiläumsjahr des Rom-Statuts initiierte er 2023 ebenfalls mit dem ersten „Deutsch-Französischen Dialog für Frieden und Gerechtigkeit“ eine wissenschaftliche Konferenz im Friedenspalast in Den Haag, an der der französische Botschafter François Alabrune und der deutsche Botschafter Cyrill Jean Nunn sowie Mitglieder des IStGH teilnahmen, darunter der stellvertretende Chefankläger Mame Mandiaye Niang. Diese wichtige Veranstaltung erhielt das Label „L’Honneur en action“. Für 2027 plant die DFH zusammen mit der Universität der Bundeswehr München und der Université Paris-Panthéon-Assas eine abschließende Konferenz zu diesem Thema.

Angesichts der gegenwärtigen Krisen hebt Gréciano die Bedeutung der internationalen Hochschulkooperation hervor: „Der Internationale Strafgerichtshof hat eine universelle Zuständigkeit. Mit meinem Besuch möchte ich bekräftigen, wie wichtig die internationale akademische Zusammenarbeit zur Wahrung der Rechtsstaatlichkeit, der Freiheit und der Gerechtigkeit ist. Wir als DFH stehen in diesen Zeiten geopolitischer Spannungen einmal mehr hinter der internationalen Organisation und möchten unser Engagement in Lehre und Forschung fortsetzen, um das Völkerrecht durch Bildung, Forschung und Kultur zu stärken.“

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